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Finschaffen

Eigentlich heißt unser Gebiet ja „Finschhafen“. Aber die Schreibweise folgt allein dem Willen der Schreibenden und nicht irgendeinem amtlichen Regelwerk. Manchmal ist mit Finschhafen der größere Regierungsbezirk gemeint, manchmal der Zentralort Gagidu zusammen mit dem Krankenhaus und der Dregerhafen High School. Wikipedia: „Finschhafen liegt an der Salomonensee nordöstlich vom Huon-Golf in der Nähe des Ortes Sattelberg am Kap Kretin.“ Ca. 45.000 Menschen sollen hier leben. 18 Menschen auf einem Quadratkilometer. In Bayern sind es ca. 180.

Finschhafen ist nach Otto Finsch benannt, einem deutschen Forschungsreisenden. Ab 1885 entstand der Ort als Posten der Neuguinea-Kompanie. Johannes Flierl, von der Neuendettelsauer Missionsgesellschaft nach PNG gesandt, nahm bewusst Abstand von der Kolonialverwaltung und siedelte sich zunächst in Simbang an. Dort steht eine kleine Gedächtniskirche. Ggenüber dem Frachtanleger in Maneba ist aus der Kolonialzeit noch immer das Haus des Sitzes der lutherischen Missionsgesellschaft mehr schlecht als recht erhalten.

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Englisch ist hier „Amtssprache“. Die meisten tun sich hart damit und bevorzugen Tok Pisin. Der Aushang meint: Kein Strom von 24h – 6h, zusätzlich zu den üblichen nicht angesagten täglichen Stromausfällen.

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Das Braun Memorial Hospital in Finschhafen vom Flieger aus – ein(!) Dr.med. für 45.000 Einwohner. Das Senior Flierl Seminary liegt links oben knapp außerhalb des Bildausschnittes.

Auf Station sieht es so aus:

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Küche? Bettzeug? Dafür hat jeder Kranke selbst zu sorgen. Die Verwandten lassen ihn damit nicht im Stich. Üblich ist, einfach am Arbeitsplatz und daheim alles stehen und liegen zu lassen, um einen kranken „wantok“ zu versorgen. Versorgungsteam:

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Die kleine blaue Box ist ein Kerosin-Herd. Wer so etwas nicht hat, wie die meisten, benutzt Brennholz. Abends gleicht das Gelände des Krankenhauses mit seinen vielen Lagerfeuern einem sommerlichen Campingplatz.

Kategorien:Uncategorized
  1. Christina Schneider
    5. Februar 2016 um 08:17

    Hallo Wolfgang.
    Ich lese gerade mit einem ParkinsonPatienten, der lange in Afrika lebte,ein Buch um seine Stimme zu erhalten.Er ist fast 90.Lions bei my Sie. Autobiografie einer Frau die er dort kannte.Sie beschreibt,daß ein Angestellter glaubte,der Ahne machte sein Kind Krank weil die Großmutter einsam war,wenn er zur Familie ging und seine Mutter nicht mehr alleine war würde das Kind gesund.
    Diese Zusammenhänge sind für uns nicht leicht zu verstehen.Wir kommen aus der Industrialisierung,die Kleinfamilien produziert hat.
    In einem erstaunlichen Land bist du da.
    L.G.
    Tina

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